Risiken, die du kennen solltest
Keine ästhetische Behandlung ist frei von Risiken. Welche Komplikationen auftreten können, hängt unter anderem vom Verfahren, dem verwendeten Produkt, der behandelten Körperregion, den persönlichen Voraussetzungen und der ärztlichen Qualifikation ab.
Schwere Komplikationen sind selten. Treten sie auf, können sie jedoch bleibende Folgen haben.
Erwartbare Reaktion oder Komplikation?
Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Blutergüsse können unmittelbar nach einer Behandlung auftreten und nach einiger Zeit wieder abklingen. Wie stark diese Reaktionen ausfallen und wie lange sie anhalten, unterscheidet sich je nach Behandlung.
Werden Beschwerden ungewöhnlich stark, halten sie länger an oder verschlimmern sie sich, kann dies auf eine Komplikation hindeuten.
Komplikationen können sofort auftreten
Bei Injektionen können unter anderem Gefäße, Nerven oder Gewebe verletzt werden. Gelangt Filler versehentlich in ein Blutgefäß, kann die Blutversorgung unterbrochen werden. Dadurch kann Gewebe geschädigt werden oder absterben. In sehr seltenen Fällen kann es zu Sehstörungen bis hin zum Verlust des Sehvermögens kommen.
Auch allergische Reaktionen, Infektionen, Verbrennungen oder eine unerwünschte Wirkung auf benachbarte Muskeln und andere Strukturen sind möglich.
Manche Folgen zeigen sich erst später
Komplikationen können auch Tage, Monate oder in einzelnen Fällen Jahre nach einer Behandlung auftreten. Dazu gehören beispielsweise Entzündungen, Knoten, Verhärtungen, sichtbare Unregelmäßigkeiten, Pigmentveränderungen, Narben oder eine Verschiebung eingebrachter Füllstoffe und Fäden.
Frühere Behandlungen und verwendete Produkte sollten deshalb bei jeder weiteren Behandlung angegeben und berücksichtigt werden.
Nicht alles ist vollständig reversibel
Ästhetische Behandlungen werden häufig als vorübergehend oder problemlos umkehrbar dargestellt. Das trifft nicht auf jede Behandlung und nicht auf jede mögliche Folge zu.
Die Wirkung von Botulinumtoxin lässt sich nicht unmittelbar aufheben, sondern muss in der Regel nachlassen. Hyaluronsäurefiller können unter bestimmten Voraussetzungen mit Hyaluronidase behandelt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich jede Komplikation vollständig rückgängig machen lässt. Gewebeschäden, Narben, Nervenverletzungen oder der Verlust des Sehvermögens können dauerhaft bleiben.
Komplikationsmanagement braucht medizinische Kompetenz
Auch bei sorgfältiger Durchführung lassen sich Risiken nicht vollständig ausschließen. Entscheidend ist deshalb, dass Komplikationen frühzeitig erkannt, medizinisch richtig eingeordnet und fachgerecht behandelt werden können.
Bereits vor der Behandlung sollte geklärt werden, wer bei Beschwerden erreichbar ist und wie im Notfall gehandelt wird.