
Fadenlifting
Fadenliftings werden häufig als sanfte Alternative zu einem operativen Facelift beworben. Tatsächlich können die unter die Haut eingebrachten Fäden jedoch nur einen begrenzten und zeitlich nachlassenden Straffungseffekt erzielen. Ein vergleichbares oder dauerhaftes Ergebnis wie bei einem operativen Facelift ist nicht zu erwarten.
Mögliche Folgen sind sicht- oder tastbare Fäden, Einziehungen und Unregelmäßigkeiten der Haut, Asymmetrien, Infektionen, eine Verschiebung der Fäden sowie Verletzungen von Nerven oder Gewebe. Auch auflösbare Fäden können Vernarbungen und Veränderungen im Gewebe hinterlassen, die einen späteren operativen Eingriff erschweren.
Die DGPRÄC bewertet das Fadenlifting deshalb kritisch. Vor einer solchen Behandlung sollten Patient sich fachärztlich beraten lassen und mögliche Alternativen sorgfältig abwägen.

Biostimulatoren und weitere Injektionsbehandlungen
Nicht alle injizierten Produkte dienen unmittelbar dazu, Volumen aufzubauen. Sogenannte Biostimulatoren sollen körpereigene Prozesse wie die Bildung von Kollagen anregen. Auch Begriffe wie „Skinbooster“, „Mesotherapie“ oder „Fett-weg-Spritze“ können sehr unterschiedliche Produkte und Behandlungen bezeichnen.
Lass dir deshalb immer den genauen Namen des verwendeten Produkts, seine Wirkweise, Nebenwirkungen und die vorgesehene Anwendung erklären.

Microneedling
Beim Microneedling wird die Haut mit vielen feinen Nadeln gezielt durchstochen. Die kontrollierten Mikroverletzungen sollen die natürlichen Reparaturprozesse der Haut und die Bildung von Kollagen anregen.
Geräte, Nadellängen und Eindringtiefen können sich deutlich unterscheiden. Beim Radiofrequenz-Microneedling wird zusätzlich Wärmeenergie in das Gewebe abgegeben. Es handelt sich daher um ein anderes und weitergehendes Verfahren als klassisches Microneedling.
Minimalinvasive Behandlungen im Überblick
Hinter Begriffen wie „sanfte Behandlung“, „minimalinvasiv“ oder „kleiner Eingriff“ verbergen sich sehr unterschiedliche Verfahren. Bei einigen werden Arzneimittel oder Füllstoffe injiziert, bei anderen wird die Haut mit Nadeln, Fäden oder Laserenergie behandelt.
Hier erfährst du, was hinter den häufigsten Behandlungen steckt.



Laserbehandlungen
„Laser“ bezeichnet nicht eine einzelne Behandlung. Je nach Gerät, Wellenlänge und Eindringtiefe kann Laserenergie beispielsweise auf Pigmente, Blutgefäße, Haarwurzeln oder unterschiedliche Hautschichten wirken.
Die Verfahren unterscheiden sich deutlich in ihrer Wirkung und in den erforderlichen Qualifikationen. Die meisten Laseranwendungen dürfen in Deutschland ausschließlich von entsprechend qualifizierten Ärzt:innen durchgeführt werden.
Filler
Filler werden in oder unter die Haut gespritzt, um Volumen aufzubauen, Konturen zu verändern oder Falten aufzufüllen. Häufig wird dafür speziell aufbereitete und vernetzte Hyaluronsäure verwendet. Daneben gibt es weitere Füllstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Hyaluronsäurefiller können wesentlich länger im Gewebe verbleiben als häufig angenommen. Deshalb ist es wichtig, bei späteren Behandlungen anzugeben, welches Produkt wann, in welcher Menge und an welcher Stelle verwendet wurde. Bitte deine Ärzt:innen um entsprechende Informationen und verwahre diese sorgfältig.
Filler lassen sich heute mit modernen bilgebenden Verfahren nachweisen.
Bild: Spezielles Filler 3D MRT
Botulinumtoxin
Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. „Botox®“ ist der Markenname eines von mehreren Präparaten und wird häufig als allgemeine Bezeichnung verwendet.
Der Wirkstoff wird gezielt in bestimmte Muskeln gespritzt und hemmt dort vorübergehend die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel. Dadurch entspannt sich der behandelte Muskel und mimische Falten können gemildert werden.
Für die sichere Anwendung sind genaue anatomische Kenntnisse erforderlich. Das starke Nervengift ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und darf ausschließlich von Ärzt:innen verordnet werden.